In diesem Tagebuch werde ich den Weg vom Schwabbelschwein zum Schlanken skizzieren.

7/05/2006

Klasse Tag - es geht

Alles in allem war der Tag ok (vor allem bezogen auf mein Lebensänderungsvorhaben).

Ich habe mich vernünftig ernährt, also:
- Nur gegessen wenn ich hungrig war
- Nur gegessen solange ich hungrig war
- Die Speisen wohlbedacht ausgewählt (Marmeladenbrötchen statt Käsebrötchen, Obstsalat statt Käsesemmel, eine Brezel OHNE KÄSE...

Abends noch 36 km Fahrrad geradelt (hätte ich sowieso gemacht - aber trotzdem gut)

Ich muss einfach nur so weitermachen - (hallo innerer Schweinehund- Maul halten).

7/04/2006

Bis jetzt ganz zufrieden

Also genau genommen ist es ja so, dass ich vor ein paar Tagen schon anfing, mich damit zu beschäftigen abzumehmen. Die Bilanz der letzten 3 Tage, bezogen auf mein Essverhalten. ist gut. Ich merke mittlerweile, wenn ich eigentlich etwas zu essen in meinen Kopf stecken würde, obwohl ich keinen Hunger habe und bremse mich dann selbst. Andererseits merke ich, ob ich wiklch Hunger habe. Heute ist es mir mehrfach gelungen, nur die Menge zu essen, die meinen Hunger stillt.
Es ist ja so: Sport mache ich sowieso jede Menge (so bis zu 5 Mal pro Woche). Das ist mehr, als die meisten Menschen die ich kenne machen - auch mehr, als die meisten Schlanken, die ich kenne.
Umso ärgerlicher ist es dann, wenn die Körperkugel trotzdem größer statt kleiner wird.
Wie gerne würde ich mal mit dem Rad einen Berg hochfahren und dank meiner guten Kondition und meiner immensen Kraft vor anderen oben sein - geht halt nicht - ich schleppe ja auch 20 - 30 kg mehr den Berg hinauf....

Immerhin: Ich treibe noch Sport. Das unterscheidet mich (noch) von anderen Schwabbelgenossen, die sich schon aufgegeben haben - und die es nur noch zwickt und zwackt...


Nein, Genossen: Wir dürfen uns nicht weiter einreden, unser "bisschen zuviel" sei in irgendeiner Weise akzeptabel: Es macht hässlich, krank, es raubt uns Leistungsfähigkeit und es ist ein schlechtes Vorbild für unsere Kinder. Gevögelt wird auch lieber mit den dünnen (Körpern :-)) - der Rest ist sicher die Ausnahme, bei der dick "ok" ist.
Es lohnt sich, alles dafür zu tun, nicht mehr zu dick zu sein. RAN AN DEN SPECK - 70 kg ist das Ziel !

Binge Eating Störung (Disorder)

Diverse Recherchen haben mich auf das gebracht, was ich offensichtlich leide - s.o.


Man muss sich darüber im Klaren sein: Es handelt sich um ein Krankheitsbild. Nein, kein Mitleid bitte -deshalb erwähne ich es nicht. Vielmehr ist es wichtig das zu erkennen, weil man einem Krankheitsbild systematisch begegnen kann.
Also: Ihr fetten Mitschwabbler in dieser großen, weiten Welt: Wir haben eine Krankheit an uns zu heilen - und zwar eine chronische Krankheit.

Bestraft euch nicht, wenn ihr damit nicht alleine zurecht kommt - sucht Hilfe - so wie jeder Heuschnupfenkranke, Allergiker u.s.w. das auch tut.

Alles, was ich bis jetzt über die Therapie meiner Macke erfahren habe geht auf den Tenor zurück: Räume Deine Seele auf, Räume Dein Leben auf - beseitige die Störungen ! Genau das mache ich jetztz erstmal -systematisch - und am Ende der Aufräumaktion habe ich mein Traumgewicht: 70 kg.

Folgendes habe ich hier gefunden:
http://www.novafeel.de/ernaehrung/binge-eating-stoerung.htm

Eine Binge-Eating-Störung liegt vor, wenn:

  • die "Fressanfälle" mindestens zweimal pro Woche auftreten
  • deswegen ein deutliches Leiden besteht
  • auf die Fressanfälle keine Maßnahmen wie Erbrechen oder Abführmittelmissbrauch folgen, die einer Gewichtszunahme direkt gegensteuern.

Außerdem gehören folgende Symptome zur Binge-Eating-Störung:

  • wesentlich schneller essen als normal
  • Essen bis zu einem unangenehmen Völlegefühl oder Übelkeit
  • Essen großer Nahrungsmengen, obwohl man nicht hungrig ist
  • alleine essen, aus Verlegenheit über die Menge, die man isst
  • Ekelgefühle gegenüber sich selbst
  • Depressionen oder große Schuldgefühle wegen der Fressanfälle

Mögliche psychische Gründe für die Binge-Eating-Störung:

Viele adipöse Menschen berichten, dass sie mehr oder zuviel essen, wenn sie seelische Probleme haben, z. B. wenn sie Kummer haben oder einsam sind. Menschen mit emotionalen Schwierigkeiten sind manchmal unfähig, Hunger von anderen Zuständen des Unbehagens zu unterscheiden oder Hunger und Sattsein zu erkennen.

Jetzt geht´s los

Ich wiege über 90 kg. Das snd 20 zuviel für meine Größe. Jetzt ist endlich Schluss.
Ich habe offensichtlich was am Kopf, dass ich es nicht schaffe, "nicht zu essen".

Belibt mir doch weg ihr Scheißdiät-Tipps nach dem Motto: Iss Vollkorn das mach länger satt". Ich esse auch wenn ich satt bin - weil ich nämlich eine Essstörung habe und nicht die falschen Lebensmittel verwende.

Fast alles, was ich bisher an Tipps gelesen habe geht offensichtlich an meinem Problem vorbei - nicht nur an meinem - sonst müssten bei der Flut der Ernährungsratgeber,welche täglich verkauft und veröffentlcht werden, nur noch schlanke Menschen herumlaufen. Tun sie aber nicht. Weil das echte Problem - die Lust am Essen - nicht genug berücksichtigt wird.
Deshalb helfe ich mir jetzt selbst - durch Beobachtung und Erkenntnis. Wenn man einen Prozess beobachtet, verändert man ihn zwangsläufig (so die Heisse´sche Unschärfetheorie).
Mein Tagebuch wird hoffentlich gleichzeitig ein Ratgeber sein für andere Leidensgenossen.

Dicksein muss nicht sein - ich bin sicher es geht anders - ich weiß nur noch nicht genau wie !